Von Weihnachten 2024 bis Ende Jänner bestimmt Kälte das Klima. Die Gasspeicher leiden bereits an Mangel. Aber das Narrativ wird weiter erzählt …

Ein Kommentar von Gerald Markel
Es ist eine bemerkenswerte Leistung unserer Zeit, aus einer naturwissenschaftlichen Fragestellung ein moralisches Glaubenssystem mit Heilsversprechen, Sündenregistern und Inquisition zu formen. Der moderne Klimadiskurs ist längst kein Erkenntnisprozess mehr, sondern ein Ritual.
Wer zweifelt, sĂĽndigt.
Wer fragt, delegitimiert sich.
Wer widerspricht, ist „wissenschaftsfeindlich“.
Wissenschaft als Kulisse
Besonders faszinierend ist der routinierte Verweis auf „die Wissenschaft“. Nicht auf überprüfbare Hypothesen, nicht auf offene Debatte, sondern auf eine sakral aufgeladene Instanz, die sich praktischerweise nie konkret benennen, aber jederzeit politisch instrumentalisieren lässt.
Wird ein Narrativ von der Realität korrigiert, folgt zuverlässig der pädagogische Zeigefinger:
„Man müsse eben den Unterschied zwischen Wetter und Klima verstehen.“ 🤣
Ein Hinweis, der interessanterweise immer dann gilt, wenn Beobachtungen nicht ins Konzept passen – und regelmäßig ignoriert wird, sobald sie politisch verwertbar erscheinen.
Der politische Umbau Europas
Unter dem Banner moralischer Alternativlosigkeit wurde Europa schrittweise in eine Zone grün etikettierter Planwirtschaft überführt. Energiepolitik, Industrie, Mobilität und Wohlstand wurden nicht anhand technischer Machbarkeit oder ökonomischer Vernunft bewertet, sondern nach ideologischer Reinheit.
Das Ergebnis ist bekannt:
- steigende Kosten
- sinkende Wettbewerbsfähigkeit
- wachsende Abhängigkeiten
Und nun die kollektive Überraschung, dass Naturphänomene sich nicht an politische Beschlusslagen halten. Ein Winter, der nicht kooperiert, gilt plötzlich als Provokation.
Kognitive Standfestigkeit als Prinzip
Was dabei besonders ins Auge fällt, ist die bemerkenswerte Stabilität einmal gefasster Überzeugungen, selbst dann, wenn sich deren Voraussetzungen wiederholt als fehlerhaft erweisen.
Ob Migration, Gesundheitspolitik oder geopolitische Narrative – stets wurde mit absoluter Gewissheit argumentiert, stets moralisch aufgeladen, stets mit der impliziten Annahme eigener Unfehlbarkeit.
Kritik galt nie als Beitrag, sondern als Gefahr.
Abschied von der großen Erzählung
Die vielleicht unangenehmste Erkenntnis für viele wird sein, dass sich auch diese große Erzählung nicht ewig halten lässt.
Nicht, weil irgendjemand „gewinnt“, sondern weil Realität auf Dauer resistent gegen Ideologien ist.
Die Vorstellung, man könne ein hochkomplexes Klimasystem durch politische Symbolik steuern, gehört vermutlich in dieselbe Kategorie wie andere gut gemeinte, aber gescheiterte Steuerungsphantasien.
P.S. Ein nüchterner Blick auf physikalische Größenordnungen
- Rund 99,8 % der Materie unseres Sonnensystems befinden sich in der Sonne.
- Etwa 99,99 % der verfĂĽgbaren Energie stammen ebenfalls von ihr.
- Das Erdklima wird maßgeblich von genau diesem Faktor beeinflusst – einer Größe, die sich weder regulieren noch besteuern lässt.
Das bedeutet nicht Untätigkeit.
Aber es bedeutet Demut.
Und vor allem: Anpassung statt Allmachtsfantasien.
Ende der Diskussion.
