Versicherungen sollen uns schützen – vor großen, teuren Risiken.
Doch viele Menschen sind überversichert, falsch versichert oder zahlen jahrelang für Dinge, die sie gar nicht brauchen.
In dieser Folge klären wir:
- Welche Versicherungen unverzichtbar sind
- Welche du dir sparen kannst
- Worauf du beim Abschluss unbedingt achten solltest

🧠 Warum überhaupt Versicherungen?
Eine Versicherung hat einen klaren Zweck:
Sie schützt dich vor einem existenzbedrohenden finanziellen Schaden, den du selbst nicht stemmen könntest.
Das bedeutet:
- Handy kaputt? → kein Problem.
- Jemanden mit dem Fahrrad verletzt, der 50.000 € Schadenersatz fordert? → großes Problem.
💡 Grundregel: Versichere nur das, was du nicht aus eigener Tasche ersetzen oder bezahlen kannst.
✅ 1. Die wichtigsten Versicherungen – die du wirklich brauchst
🔹 1. Haftpflichtversicherung (Privathaftpflicht)
Unverzichtbar für jede:n ab 18!
Wenn du anderen Schaden zufügst (z. B. mit dem Rad gegen ein parkendes Auto fährst oder ein Glas Rotwein über den Laptop eines Freundes schüttest), haftest du mit deinem gesamten Vermögen.
💡 Kostet nur ca. 6 € im Monat, schützt aber vor Schäden in Millionenhöhe.
🔹 2. Krankenversicherung
In Deutschland Pflicht – und das ist auch gut so.
Egal ob gesetzlich oder privat:
Ohne KV können selbst einfache Krankenhausaufenthalte schnell vier- oder fünfstellige Summen kosten.
👩⚕️ Tipp: Bleib im Zweifel lieber gesetzlich versichert- privat lohnt sich nur bei hohem Einkommen und langfristiger Planung.
🔹 3. Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)
Falls du durch Krankheit oder Unfall dauerhaft nicht mehr arbeiten kannst, ersetzt dir die BU einen Teil deines Einkommens.
Wichtig für:
- Alle, die von ihrem Einkommen leben müssen
- Besonders relevant für Schüler:innen, Azubis und Berufseinsteiger – je jünger & gesünder du bist, desto günstiger die Beiträge!
💡 Faustregel: BU ist wichtiger als Altersvorsorge, wenn du auf dein Einkommen angewiesen bist.
🔹 4. Hausratversicherung (optional, aber sinnvoll)
Deckt Schäden an deinem Hausrat ab (Möbel, Technik, Kleidung) durch:
- Feuer
- Leitungswasser
- Sturm/Hagel
- Einbruchdiebstahl
🛋️ Gut, wenn du viel Wert in deiner Wohnung hast. Für WG-Zimmer mit 3 Ikea-Möbeln ist es eher nicht nötig.
❌ 2. Diese Versicherungen brauchst du meist nicht.
🚫 1. Handyversicherung
Teuer, eingeschränkt und oft voller Ausschlüsse.
Sinnvoller: monatlich 5-10 € selbst zurücklegen – so hast du bald genug für ein neues Gerät.
🚫 2. Brillen-, Gepäck- oder Ticketversicherungen
Diese Miniversicherungen sind oft:
- überteuert
- unflexibel
- mit vielen kleingedruckten Ausnahmen
💡 Besser: Ein solider Notgroschen deckt kleine Verluste ab.
🚫 3. Insassen-Unfallversicherung
Meist unnötig, wenn du schon eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder Krankenversicherung hast.
🚫 4. Sterbegeldversicherung
Klingt sinnvoll, ist aber in fast allen Fällen teurer als selbst sparen.
Wenn du möchtest, dass deine Beerdigungskosten gedeckt sind, lege dafür ein eigenes kleines Sparkonto oder Festgeld an.
🚫 5. Restschuldversicherung bei Krediten
Wird oft „mitverkauft“ bei Konsumkrediten – aber:
- Teuer
- Intransparent
- Schlechte Leistungen
💡 Lieber vorher überlegen, ob der Kredit wirklich nötig ist– und falls doch, besser mit BU oder Notgroschen absichern.
⚠️ 3. Vorsicht vor diesen Versicherungsfallen
🕳️ Zu hohe Versicherungssummen
Z. B. 500.000 € Hausrat in einer 30 m² Wohnung – völlig überdimensioniert = teure Beiträge ohne Mehrwert.
🧾 Kleingedrucktes nicht gelesen
Viele Versicherungen zahlen nicht in Fällen wie grober Fahrlässigkeit, verspäteter Meldung oder bei Vorerkrankungen (BU).
💬 Falsche Beratung in der Bank oder vom Vertreter
Banken verkaufen oft eigene Produkte mit Provision. Nicht automatisch die beste Lösung für dich.
💡 Tipp: Vergleichsportale nutzen (z. B. Check24, Verivox) und unabhängige Beratung einholen (z. B. Verbraucherzentrale).
📋 4. Checkliste: Diese Fragen solltest du dir vor jedem Versicherungsabschluss stellen
- Was genau wird versichert – und was nicht?
- Welche Risiken deckt sie wirklich ab?
- Kann ich den Schaden im Ernstfall auch selbst tragen?
- Gibt es bessere Alternativen?
- Wie hoch ist die Selbstbeteiligung?
- Wie lang sind die Laufzeit und die Kündigungsfrist?
💡 Bonus-Tipp: Versicherungen regelmäßig prüfen
Mache einmal im Jahr einen Versicherungs-Check:
- Passt die Deckung noch zu deinem Leben?
- Zahlst du zu viel?
- Gibt es bessere Tarife?
📱 Tools wie Clark, Finanzguru oder simplr helfen dir beim Überblick.
🧠 Fazit: Versicherungen = Sicherheit mit System
Versicherungen sollen dir helfen – nicht, dich arm zu machen.
Merke dir:
✅ Versichere nur, was du dir nicht selbst leisten könntest.
❌ Vermeide unnötige, überteuerte Kleinkram-Versicherungen.
🛠️ Nutze Tools und Beratung, um den Überblick zu behalten.
Mit den richtigen Versicherungen schaffst du Sicherheit, Klarheit und Ruhe – ohne unnötige Kosten.
🔜 Nächste Folge:
Folge 17: Finanzielle Bildung für Kinder – wie du kluges Geldverhalten von Anfang an vermittelst
