
Tischtennis als Therapie gegen Parkinson: Hoffnung durch Bewegung
Tischtennis kann Bewegungen ermöglichen, die Betroffenen im Alltag oft schwerfallen. Obwohl bislang nur wenige wissenschaftliche Studien vorliegen, zeigen erste Erfahrungen vielversprechende Ergebnisse.
Mit konzentriertem Blick greift Frank Elstner (81) zum Schläger. Der frühere „Wetten, dass …?“-Moderator steht etwas unsicher an der Platte, visiert jedoch entschlossen sein Ziel an: den kleinen weißen Ball zurückzuspielen – vielleicht sogar zum Punktgewinn. „Mir geht es gar nicht ums Gewinnen“, sagt er lachend. „Ich habe ohnehin keine Chance.“
In Düsseldorf sind über 200 Menschen aus 15 Ländern zusammengekommen – vereint durch eine gemeinsame Herausforderung: Parkinson. Sie nehmen am bundesweit größten Tischtennisturnier für Parkinson-Erkrankte teil, organisiert vom ehrenamtlichen Verein PingPongParkinson.
„Ich habe mich fürs Kämpfen entschieden!“
„Nach der Diagnose hat man zwei Optionen: aufgeben oder kämpfen. „Ich habe mich für den Kampf entschieden“, betont Elstner. Für ihn ist Tischtennis eine Möglichkeit, aktiv gegen die Krankheit vorzugehen. Doch wie genau kann der Sport bei einer neurologischen Erkrankung helfen, die durch das Absterben von Nervenzellen im Gehirn verursacht wird?
Viele Symptome wie Muskelzittern, Steifheit und Bewegungsverlangsamung lassen sich laut Prof. Dr. Georg Ebersbach, Chefarzt des Parkinsonzentrums der Beelitz-Heilstätten, medikamentös behandeln – heilen kann man die Krankheit jedoch nicht. Umso wichtiger sei es, ihr Fortschreiten zu verlangsamen. Und hier kann Tischtennis einen wertvollen Beitrag leisten.
Bewegung, Konzentration, Gemeinschaft
„Tischtennis fördert komplexe Bewegungsabläufe, die im Alltag oft schwerfallen.“ Der schnelle Wechsel zwischen Reaktion, Koordination und Bewegung ähnelt dem Effekt anderer Sportarten wie Tanzen oder Boxen, die ebenfalls positive Effekte auf Parkinson zeigen. Zusätzlich verbessert das Spiel die Ausdauer, die Konzentration und die Feinmotorik. Der soziale Aspekt – das gemeinsame Spielen – wirkt zudem gegen Isolation und Depression.
Zittern lässt nach, Bewegungen werden flüssiger.
„Unsere Befragungen zeigen, dass vielen Betroffenen das gezielte und rhythmische Spiel am Tisch hilft.“ „Man sieht es oft deutlich: Während der Ballwechsel reduziert sich bei vielen das Zittern, und die Bewegungen werden geschmeidiger.“
2023 wurde in Wels die Ping-Pong-Parkinson-Weltmeisterschaft veranstaltet.


Wir gratulieren unseren Medaillen-GewinnerInnen der Heim-WM in Wels.
Damen-Einzel Klasse 3: 1. Platz Claudia Hellinger (OÖ), 2. Platz Agnes Jan (KTN),
Damen-Doppel Klasse 2: 1. Platz Negin Schaller (Wien) und Claudia Hellinger (OÖ), 3. Platz Hermine Hofner (NÖ) und Agnes Jan (KTN)
Mixed-Doppel, Klasse 2: 3. Platz Negin Schaller (Wien) mit Andreas Moroff (Deutschland)
Mixed-Doppel, Klasse 3: 3. Platz Hermine Hofner (NÖ) und Karl Strauß (VBG)
In den Trostrunden belegten Hans-Peter Stangl und Karl Strauß im Männer-Doppel Klasse 2 den 1. Platz und Agnes Jan mit Roland Wimmer in der Mixed-Doppel-Klasse 1 den 2. Platz.
Erfolgreiche Teilnahme am World Table Tennis for Health Festival 2023 auf Kreta

Kaum war die Heim-WM in Wels vorbei, trainierten einige Mitglieder von PPP Österreich bereits wieder fleißig für das nächste Turnier: die ITTF-Tischtennis-Weltmeisterschaft für Parkinson- und Alzheimer-Patienten im Rahmen des Welt-Tischtennis-Gesundheitsfestivals vom 1. bis 5. November in Heraklion, Kreta.
Hier waren weniger Teilnehmer als in Wels, auch die österreichische Abordnung war kleiner. Nichtsdestotrotz waren unsere Athleten sehr erfolgreich – 9 Parkinson-SpielerInnen brachten 8 Medaillen mit nach Hause! Herzlichen Glückwunsch allen TeilnehmerInnen und MedaillengewinnerInnen, besonders der 3-fach-Weltmeisterin Negin Schaller!

