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15. Juli 2026 · M. Wunder · BLOGS - TISCHTENNIS

Wissenschaftliche Erkenntnisse von Dr. Ulrich Warnke

Dr. Ulrich Warnke (geboren 1945 in Haßlau) ist ein deutscher Biologe, Biophysiker und Autor, der sich in seiner jahrzehntelangen wissenschaftlichen Laufbahn intensiv mit den Auswirkungen elektromagnetischer Felder auf lebende Organismen, insbesondere auf Insekten, befasst hat. In späteren Jahren erweiterte er sein Tätigkeitsfeld um Themenbereiche, die er als „Quantenphilosophie“ bezeichnet. Dieser Bericht fasst seine akademische Laufbahn, seine wesentlichen wissenschaftlichen Erkenntnisse sowie die Rezeption seiner Arbeit in der Fachwelt zusammen.

Akademischer Werdegang und Forschungsschwerpunkte

Ulrich Warnke absolvierte ein breit gefächertes Studium der Biologie, Physik, Geographie und Pädagogik, das er 1971 mit dem Staatsexamen abschloss. Zwei Jahre später, 1973, wurde er an der Universität des Saarlandes mit einer Arbeit zum Thema „Physikalisch-physiologische Grundlagen zur luftelektrisch bedingten „Wetterfühligkeit“ der Honigbiene (Apis mellifera)“ promoviert.

Von 1978 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2010 wirkte Warnke als Akademischer Oberrat an der Universität des Saarlandes. Dort leitete er ab 1989 die Abteilung für Biomedizintechnik und war Gründungsmitglied der Gesellschaft für Technische Biologie und Bionik e. V. Seine Dozententätigkeit und Forschung konzentrierten sich primär auf die Gebiete Biomedizin, Umweltmedizin und Biophysik. Der zentrale Fokus seiner wissenschaftlichen Untersuchungen lag auf der Erforschung der Wirkung elektromagnetischer Schwingungen und Felder, einschließlich des Lichts, auf Organismen.

Erkenntnisse zur Auswirkung elektromagnetischer Felder auf Bienen

Einer der bedeutendsten und am intensivsten diskutierten Forschungsbereiche von Dr. Warnke ist die Interaktion zwischen Bienen und elektromagnetischen Feldern. Bereits in den 1970er Jahren führte er grundlegende Untersuchungen durch, die aufzeigten, dass Bienen nicht nur empfindlich auf elektrische Felder reagieren, sondern diese auch aktiv nutzen.

Der elektrische Sinn der Bienen

In seiner Forschung ab 1973 konnte Warnke nachweisen, dass Bienen elektrische Spannungen von durchschnittlich 100 Volt erzeugen, die in Spitzenwerten bis zu 400 Volt erreichen können. Diese elektrischen Felder spielen eine essenzielle Rolle im Verhalten der Insekten. Warnke stellte fest, dass Bienen diese Spannungen für vielfältige Zwecke nutzen:

• Orientierung und Navigation: Die Insekten nutzen elektrische Felder sowie das Erdmagnetfeld zur räumlichen Orientierung.

• Nahrungssuche: Beim Sammeln von Pollen spielen elektrische Ladungen eine Rolle bei der Anhaftung der Pollenkörner an den Bienenkörper.

• Kommunikation: Die elektrischen Felder werden auch beim Schwänzeltanz eingesetzt, durch den Bienen die Richtung und Entfernung einer Nahrungsquelle an ihre Artgenossen kommunizieren.

Die Wahrnehmung dieser elektrischen Feldkräfte erfolgt durch Mechanorezeptoren, die sich in den Antennen der Bienen befinden. Warnke untersuchte auch die sogenannte „Wetterfühligkeit“ der Bienen, die er auf die Wahrnehmung elektromagnetischer Spherics bei heranziehenden Wetterfronten zurückführte. Diese Fähigkeit dient den Bienen als Schutzmechanismus, um rechtzeitig vor starken Regenphasen in den schützenden Bienenstock zurückzukehren.

Auswirkungen künstlicher elektromagnetischer Felder

In Laborversuchen untersuchte Warnke das Verhalten von Bienenvölkern unter dem Einfluss künstlich erzeugter Wechselfelder. Die Ergebnisse zeigten drastische Verhaltensänderungen. Bereits bei 50-Hertz-Wechselfeldern mit einer Feldstärke von 110 Volt pro Meter reagierten die Bienen mit starker Unruhe.

Bei einer weiteren Erhöhung der Feldstärken beobachtete Warnke eine Eskalation des Störverhaltens. Die Temperatur im Bienenstock stieg signifikant an. Das natürliche Verteidigungsverhalten der Bienen richtete sich plötzlich gegen die eigenen Artgenossen, was zu gegenseitigen Stechattacken führte, von denen auch die Königin nicht verschont blieb. Im weiteren Verlauf dieser Experimente rissen die Bienen ihre eigene Brut aus den Zellen und stellten die Anlage neuer Brut ein. Die Nahrungsreserven an Honig und Pollen wurden verbraucht, ohne dass neuer Proviant eingetragen wurde. Schließlich verklebten die Bienen das Einflugloch mit Propolis, um sich vor dem unsichtbaren Störfaktor zu schützen, was letztendlich durch Überhitzung zum Tod des gesamten Volkes führte.

Die Rolle des Mobilfunks beim Bienensterben

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen vertritt Warnke die These, dass die zunehmende Belastung durch technisch erzeugte elektromagnetische Felder, insbesondere durch den Mobilfunk, einen maßgeblichen Faktor beim weltweiten Bienensterben darstellt. Er argumentiert, dass Insekten und andere Organismen evolutionär an die schwachen natürlichen elektromagnetischen Felder angepasst sind, nicht jedoch an die massiv höheren und komplex überlagerten künstlichen Felder der modernen Kommunikationstechnologie.

FeldartUrsprungTypische LeistungsflussdichteCharakteristik
NatürlichErdmagnetfeld, Gewitter, kosmische Strahlung~0,001 Mikrowatt/m²Zeitweise, oft an Ereignisse geknüpft
Künstlich/technischMobilfunk, WLAN, Radar, Rundfunk~10.000 Mikrowatt/m² (in Städten)Dauerhafte, komplexe Überlagerung vieler Frequenzen

Warnke betont, dass das Bienensterben ein multifaktorielles Problem ist, an dem auch Pestizide, Monokulturen und Parasiten wie die Varroa-Milbe beteiligt sind. Die flächendeckende elektromagnetische Strahlung verändere jedoch das Milieu in einer Weise, die den Organismen zusätzlichen Stress bereite und ihre natürlichen Orientierungs- und Kommunikationsfähigkeiten störe. Er verweist darauf, dass Handystrahlung im „An-Aus-Modus“ die Honigproduktion, den Polleneintrag und die Bruttätigkeit verhindern und zu Orientierungslosigkeit bei Arbeiterbienen führen kann.

Dem häufig vorgebrachten Gegenargument, dass Bienen in funkbelasteten Großstädten oft besser gedeihen als auf dem Land, begegnet Warnke mit der Lernfähigkeit der Bienen. Er argumentiert, dass Bienen konstante Störfaktoren „herausrechnen“ können, wenn die Belohnung in Form von Nahrung (Tracht) ausreichend hoch ist. Das städtische Milieu bietet durch vielfältige Bepflanzung und wärmere Temperaturen oft bessere Nahrungsbedingungen, was das Immunsystem der Bienen stärkt und ihnen hilft, den durch die Strahlung verursachten Stress zu kompensieren. Problematisch werde es jedoch, wenn sich die physikalischen Störreize, wie Amplituden und Frequenzen, andauernd ändern, was ein effektives Lernen und Anpassen unmöglich mache.

Magnetischer Sinn in der Tierwelt

Ein weiteres Forschungsfeld Warnkes ist die Dokumentation und Untersuchung des magnetischen Sinns im Tierreich. Er sammelte Evidenzen dafür, dass eine Vielzahl von Lebewesen über Sensoren verfügt, um magnetische und elektrische Felder wahrzunehmen und für das Überleben zu nutzen.

Zu den Organismen, bei denen ein solcher Sinn nachgewiesen oder postuliert wurde, gehören laut Warnke nicht nur Insekten wie Bienen und Ameisen, sondern auch Bakterien, Algen, Weichtiere, Fische (wie Haie und Rochen, die elektrische Felder passiv orten können), Vögel (insbesondere Zugvögel) und Säugetiere (wie Wale und Fledermäuse). Warnke schlussfolgert daraus, dass sich das Leben in ständiger Interaktion mit den natürlichen elektromagnetischen Feldern der Erde entwickelt hat und Eingriffe in dieses feine Gleichgewicht weitreichende ökologische Konsequenzen haben können.

Quantenphilosophie und Spiritualität

Nach seiner Pensionierung wandte sich Warnke zunehmend Themen zu, die die Grenzen der klassischen Naturwissenschaften überschreiten. In zahlreichen Büchern, wie „Quantenphilosophie und Spiritualität“ (2011), „Quantenphilosophie und Interwelt“ (2013) und „Die geheime Macht der Psyche“, versucht er, Erkenntnisse der Quantenphysik mit spirituellen Konzepten und Phänomenen des menschlichen Bewusstseins zu verbinden.

Der Kern seiner „Quantenphilosophie“ liegt in der Annahme, dass das Bewusstsein eine zentrale Rolle bei der Erschaffung und Beeinflussung der physischen Realität spielt. Warnke argumentiert, dass Prinzipien der Quantenmechanik, wie etwa die Verschränkung oder der Beobachtereffekt, nicht nur auf der subatomaren Ebene gelten, sondern auch makroskopische Auswirkungen auf das Leben und die Psyche des Menschen haben. Er vertritt die Auffassung, dass Menschen durch gezielte Steuerung von Bewusstsein und Unterbewusstsein ihre Lebensrealität und Gesundheit aktiv beeinflussen können.

Rezeption und Kritik

Die wissenschaftlichen Arbeiten und Publikationen von Ulrich Warnke werden in der Fachwelt sehr unterschiedlich aufgenommen.

Seine frühen Forschungen zum Verhalten von Bienen unter dem Einfluss elektrischer Felder haben Anerkennung gefunden und werden in der Literatur zur Bienenforschung zitiert. Insbesondere Umwelt- und Naturschutzorganisationen sowie Initiativen, die sich kritisch mit den Auswirkungen des Mobilfunks auseinandersetzen (wie diagnose:funk), stützen sich häufig auf seine Erkenntnisse und Studien.

Hingegen stoßen seine weitreichenden Schlussfolgerungen bezüglich der Gefahren des Mobilfunks bei offiziellen Stellen oft auf Widerspruch. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) vertritt beispielsweise die Position, dass nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand keine schädlichen Wirkungen künstlicher elektromagnetischer Felder auf Tiere und Pflanzen nachgewiesen sind, sofern die geltenden Grenzwerte eingehalten werden. Warnke kritisiert diese Haltung als „auf Zeit spielen“ und fordert die Anwendung des Vorsorgeprinzips.

Deutlich schärfer fällt die Kritik an Warnkes Publikationen zur „Quantenphilosophie“ aus. Von Vertretern der etablierten Physik wird ihm vorgeworfen, quantenmechanische Konzepte fehlerhaft darzustellen und unzulässig auf makroskopische, psychologische oder spirituelle Phänomene zu übertragen. Kritiker wie der Physiker Holm Hümmler ordnen Warnkes Thesen in diesem Bereich der Pseudowissenschaft zu und bezeichnen sie als „Quantenquark““ „. Auch Teile seiner Arbeiten zur biologischen Wirkung elektromagnetischer Strahlung werden von einigen Wissenschaftlern als methodisch fragwürdig eingestuft.

Fazit

Dr. Ulrich Warnke ist ein Wissenschaftler, der durch seine interdisziplinäre Herangehensweise an der Schnittstelle von Biologie und Physik wichtige Impulse für die Erforschung des elektrischen und magnetischen Sinns bei Tieren, insbesondere bei Bienen, geliefert hat. Seine Warnungen vor den potenziellen ökologischen Folgen der zunehmenden technischen elektromagnetischen Strahlung haben Eingang in den öffentlichen Diskurs gefunden, auch wenn sie von offiziellen Strahlenschutzbehörden oft nicht geteilt werden. Mit seinem späteren Fokus auf die „Quantenphilosophie“ hat sich Warnke jedoch von den Methoden und dem Konsens der etablierten Naturwissenschaften entfernt und bewegt sich in einem Bereich, der von Kritikern als pseudowissenschaftlich abgelehnt wird.

Referenzen

[1] Wikipedia-Autoren. „Ulrich Warnke.“ Wikipedia, die freie Enzyklopädie.

[2] Diagnose-Funk. „Dr. Ulrich Warnke zu den Ergebnissen der neuen Insektenstudie.“ Diagnose: Funk. 17. September 2020.

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